0201 841170  Ruschenstraße 1, 45133 Essen

Transklassisches

Transklassisches

Jahrgangsstufe 5

Bube, Dame, König

Bube, Dame, König

Thema: Kartenspiel
Bereich: Grafik, Positiv- und Negativform, Formendifferenzierung
Technik: Papierschnitt
Material: Schwarzes und weißes Tonzeichenpapier


Angeregt durch ein Loriot-Kartenspiel gestalten die Schülerinnen und Schüler Spielkarten in Klapptechnik: Bube, Dame, König, As, 10, 9, 8, 7 . Eine Figurenkarte entsteht, indem Außen- und Binnenformen von Kopf, Gesicht, Schultern und Kleidung aus einem schwarzen Tonpapierstreifen ausgeschnitten, symmetrisch zur Kante des Streifens geklappt und dann aufgeklebt wird. Einzelne Details, z.B. die Pupillen der Augen, feine Pullovermuster etc., entstehen dann durch Zurückklappen in den Ausgangsstreifen. (Dabei lernen die Schüler die Wirkung von Positiv- und Negativformen kennen und entwickeln insgesamt ein Gefühl für symmetrische und prägnante Formen.) In ähnlicher Weise werden auch die Zahlenkarten gefertigt. Nach Gestaltung der Rückseite wird alles auf DIN A7-Format verkleinert, auf festes Papier kopiert und geschnitten. Das Kartenspiel der "Klasse der Asse" ist fertig.

Raumdarstellung

Farb- und Luftperspektive, Sfumato

Thema: Raumdarstellung

Bereich: Farb- und Luftperspektive, Sfumato

Technik: Collage

Material: Tonzeichenkarton, Klebstoff

Beim Betrachten einer weitreichenden Landschaft bemerkt man, dass sich die Farben mit zunehmender Entfernung verändern. Durch die Dicke von Luftschichten, Luftverunreinigung oder hohe Luftfeuchtigkeit wird das Sonnenlicht teilweise gestreut. Langwellige Strahlen warmer Farben werden mit wachsender Entfernung zerstreut, sie werden kaum mehr wahrgenommen, während nur noch kurzwellige Strahlen kalter Farben auf die Netzhaut des Auges einwirken. Die bereits genannten atmosphärischen Einflüsse bewirken auch, dass Objekte mit zunehmender Entfernung undeutlicher, heller und kontrastärmer werden.

In der Ferne nimmt man warme Farben nicht mehr intensiv wahr, die Farben verblauen, verlieren an Intensität und Leuchtkraft und werden immer heller. So werden warme Farben, wie leuchtende Gelb- Orange- Rot- und Brauntöne, als nah und kalte Farben, Grün, Blaugrün und Blau, auch getrübt als weit entfernt empfunden. Dieses Phänomen nutzen Maler, um mit der Farb- oder Luftperspektive, dem Übergang von warmen Farben im Vordergrund und kühlen Farben im Hintergrund, einen tiefenräumlichen Eindruck zu vermitteln. Künstler setzen dies malerisch mittels der Luftperspektive um, sie lösen die Konturen der Bildobjekte, die sich in weiter Ferne befinden, auf. Leonardo da Vinci ist bekannt für seine dunstigen, verschwimmenden Hintergrundgestaltungen in seiner Malerei. Er prägte dafür den Ausdruck „Sfumato“, was sich aus dem Italienischen mit: rauchig, also etwa vom Dunst getrübt, übersetzen lässt.

Um die Schülerinnen und Schüler zu schnellen Ergebnissen zu führen, wird bei der Übung Tonzeichenkarton in kalten Farbnuancen genutzt, der lediglich in Formen gerissen, auf dem Bildraum geordnet und aufgeklebt wird. So ergibt sich mit einfacher Gestaltung des Vordergrundes zügig ein tiefer Blick in eine Landschaft, der durch eine Bergkette in weiter Ferne begrenzt ist.

Symbolgarten

Symbolgarten

Thema: Symbolgarten

Bereich: Grafik, Formendifferenzierung

Technik: Zeichnen, Papierschnitt

Material: Bunt- und Filzstifte, Deckfarben, Ausschnitte aus Illustrierten, Klebstoff, Schere, Sticker, Dekorationsmaterialien

Aus Buchstaben und Symbolen lassen sich ganze Bilder gestalten, wie die Symbolgärten der Schülerinnen und Schüler zeigen. Das Zeichenpapier wird in ein Raster unterteilt und jedes sich ergebende Kästchen wird mit einem Buchstaben, einer Zahl oder einem Symbol gefüllt. Der Kreativität der Schülerinnen und Schüler sind dabei keine Grenzen gesetzt, es kann gemalt, gezeichnet oder geklebt werden.

Jahrgangsstufe 6

Hinter einem Zaun

Hinter einem Zaun

Thema: Hinter einem Zaun
Bereich: Malerei, Collage
Technik: Freies Malen
Material: Deckfarbe, Tapetenreste

Angeregt durch einen Bauzaun haben wir uns in der Klasse die Frage gestellt, was sich wohl hinter dem Sichtschutz verbergen könnte.
Malerisch haben wir einen Blick riskiert und fantasievolle Szenerien entdeckt.
Den ursprünglichen Bauzaun haben wir mit Tapetenresten, die mit Holzmaserungen bedruckt sind, ergänzt, um auch dem Betrachter der Bilder einen Eindruck von unserem ersten Einblick zu vermitteln.

Schneekristalle

Schneekristalle

Thema: Schneekristalle
Bereich: Plastik/Relief, Erproben von Materialeigenschaften und ästhetischen Wirkungen
Technik: reliefplastisches Arbeiten mit Papier
Material: Deckfarbe, Tapetenreste, Aluminiumfolie

Seitdem es den Werkstoff Papier gibt, hat er die Menschen nicht nur zum Beschriften sondern auch zum Gestalten angeregt und stets aufs Neue inspiriert. Die Japaner entwickelten die kunstvollen Falttechniken des Origami. Künstler wie Georges Braque, Pablo Picasso, Kurt Schwitters und Max Ernst nutzten Papiere jeglicher Art für Collagen. Jean Fautrier und Jean Dubuffet verwendeten Papiere und Papiermaché. Papier ist sicherlich das vielseitigste, am schnellsten und am leichtesten zu beschaffende Material und zudem in den vielfältigsten Qualitäten verfügbar.
Ohne jedes Werkzeug kann Papier geknüllt, gefaltet, gerollt, gedreht und gerissen werden, es kann zu exakten wie auch zu eher formlosen Gebilden werden, es bietet sich zum Spiel mit Licht und Schatten an. In spielerischen, kreativen und skizzenhaften Übungen kann man dies auf sehr unterschiedliche Art und Weise erproben.

Jahrgangsstufe 7

Nemos Unterwasserwelt

Nemos Unterwasserwelt

Thema: Nemos Unterwasserwelt
Bereich: Malerei, Grafik, Collage
Technik: Wachsbatik
Material: Deckfarbe, Kerzenwachs, Zeitungspapier, Bügeleisen, Bunt- oder Filzstifte

Angeregt durch den Animationsfilm "Findet Nemo" entstanden Unterwasserlandschaften.
Bei der angewendeten Technik der Wachsbatik werden Teile des Bildes mit Wachs abgedeckt, auf denen Farbe nicht greifen soll.
Schülerinnen und Schüler arbeiten hierbei nach dem aleatorischen Verfahren, da das endgültige Ergebnis vor Fertigstellung des Bildes nicht generell zu kontrollieren ist, zu unterschiedlich greift das Wachs, zu unterschiedlich decken einzelne Farben.
Mit der hellsten Untergrundfarbe, Gelb, wurde zunächst die Bildfläche vollständig bemalt. Mit dem Wachs einer dünnen Zeichenkerze wurden erste Untergrundbilder angelegt. Die nächste Farbe, Orange, schloss diesen Prozess ab. Erneut wurde mit der Kerze gezeichnet und eine weitere Schicht Farbe im nächsten dunkleren Ton, Rot in unserem Fall, wurde auf der gesamten Bildfläche angelegt. Weiteres Zeichnen mit Wachs folgte, Blau als zuletzt deckend aufgetragene Farbe schaffte den endgültigen Eindruck des Meeresgrundes.
Nach der zeichnerischen und malerischen Arbeit kam ein Bügeleisen zum Einsatz, um das Wachs wieder zu schmelzen. So legten wir Schicht um Schicht der durch unterschiedliche Farben verdeckten Zeichnungen wieder frei.
Die so entstandene Unterwasserwelt wurde zusätzlich noch durch mit Buntstiften und Filzstiften gezeichnete Meeresbewohner in Collagetechnik bestückt.

Straßenszenerie

Straßenszenerie

Thema: Straßenszenerie
Bereich: Perspektivisches Zeichnen, Malerei, Collage
Technik: Deckfarbenmalerei, Collage
Material: Deckfarbe, Illustriertenausschnitte


Wenn man sich an Bildmotive wagt, die eine raumillusionistische Wirkung einbeziehen, wird man nicht umhinkommen, einige vorbereitende Gedanken anzustellen, bevor die praktische Umsetzung einsetzt.
Zuerst steht die Gliederung der Bildfläche an, über die festgelegt wird, wo verschiedene Inhalte platziert werden. Eine solche Entscheidung kann jedoch erst getroffen werden, nachdem feststeht, von wo aus die Dinge betrachtet werden.
Der Blick des Betrachters soll bei dieser Straßenszene auf eine nach hinten versetzte Hausecke, eine Einbuchtung, gelenkt werden.
Nach der perspektivischen Vorzeichnung erfolgte die farbliche Ausgestaltung der Flächen um den räumlichen Eindruck zu verstärken.
Details, die die jeweilige Straßenszene illustrieren und mit Leben versehen, wie Schaufenster, Passanten, Fahrzeuge, Bepflanzung, wurden teils gemalt, teils mit Illustriertenausschnitten in Collagetechnik ergänzt.

Jahrgangsstufe 8

Darstellung von Emotionen

Darstellung von Emotionen

Thema: Darstellung von Emotionen

Bereich: Transklassisches Grafik

Technik: Stencil (Schablonenkunst), Zeichnung, Pappschnitt, Drucktechnik

Material: Zeichenvorlagen zur Übung (Anatomie der Hand), Papier, Bleistift, Buntstift, Filzstift/ Edding, quadratische Pappe, Cuttermesser, Schwämme, Acrylfarbe

Die Fähigkeit eine individuelle, aber global verständliche Bildsprache mit reduzierten Mitteln zu entwickeln ist Ziel dieser gestalterischen Unterrichtsreihe für die Jahrgangsstufe 8.

Wesentlich ist hier die Vorarbeit durch Anatomiestudien der menschlichen Hand in Form von Skizzen. Durch diesen Prozess erlangen die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit auf Basis des genauen Blickes und Hinsehens Proportionen zu erfassen und zeichnerisch umzusetzen. Dies hilft den Schülerinnen und Schülern im Anschluss daran die eigene Hand besser zu erkennen und in einer emotional starken Geste anatomisch korrekt, aber dennoch individuell charakteristisch zeichnerisch zu verfremden.

Die Übersetzung in ein Stencil verlangt die Fähigkeit, die Vorlage auf das Wesentliche zu reduzieren, ohne die Aussagekraft der gewählten Handgeste zu beschneiden. Das Mittel der Reduzierung dient bei diesem Projekt geradezu zur Unterstützung der jeweiligen Emotion. Der reflektierte Umgang mit der farblichen Gestaltung während des Schablonen- Positivdruckes mittels Tupftechnik per Schwämmchen unterstreicht den bewussten Umgang mit den unterschiedlichen Ausdrucksqualitäten zweidimensionaler Werkgestaltungen. Dabei ist die Variation des ursprünglichen Konzeptes durch materialgebundene Impulse erwünscht.

Bilder

Jahrgangsstufe 9

Motiv in fremder Umgebung

Motiv in fremder Umgebung

Thema: Motiv in fremder Umgebung
Bereich: Collage
Technik: Papierschnitt
Material: diverse Vorlagen

Das geklebte Papierbild, die Collage, bildet den Anfang für eine zunehmende Verwendung von Realität als Gestaltungsmittel. Die Bedeutung eines Werkes liegt nicht mehr nur in seiner ästhetischen Aussage, sondern in seiner Fähigkeit, den Betrachter zu sensibilisieren und zu motivieren.
Alltäglichen, oft gesehenen Gegenständen werden Bedeutungen zugemessen. Es ist weniger der Material- oder Gebrauchswert, der die Dinge sinnvoll macht, sondern die Bedeutung, mit der er gewohnheitsmäßig "aufgeladen" oder symbolisch "gefüllt" ist.
Der triviale oder auch banale Gegenstand seines gewohnten Umfelds, seiner gewohnten Erscheinung beraubt, erhält neue visuelle und auch inhaltliche Bedeutungen.

Dias- alte Technik, neue Möglichkeiten?

Dias- alte Technik, neue Möglichkeiten?

Thema: Dias- alte Technik, neue Möglichkeiten?

Bereich: Fotografie

Technik: Experimentelle Gestaltung eines Bildträgers mit anschließender fotografischer Bearbeitung der Projektionsflächen

Material: Diarahmen, Tinte, UHU, Glitzer, Zahnstocher, Fotonegative, Öl, Wasser, Handykamera, Bildbearbeitungssoftware

Dias - alte Technik, neue Möglichkeiten?

Entdeckung neuer Welten - experimentelle Diagestaltung zur Erschaffung diverser Perspektiven.

Die S*S nähern sich experimentell der Wirkungsweise unterschiedlicher Fotobearbeitungen, indem sie Diarahmen mit unterschiedlichen Materialien hinsichtlich einer farbenfrohen Gesamtkomposition füllen und anschließend auf eine Fläche projizieren. Dabei erproben sie die Beeinflussung der Bildwirkung durch Form und Farbe und beginnen die experimentellen Techniken hinsichtlich einer selbstgewählten Intention zu lenken. Zur Intensivierung der eignen Intention inszenieren sich die S*S gegenseitig als Projektionsfläche ihrer eigenen Idee.

Jahrgangsstufe 11

Die Wahrheit in der Fotografie

Die Wahrheit in der Fotografie

Thema: Die Wahrheit in der Fotografie - eine Spurensuche durch die drei Techniken autonomer Fotografien

Bereich: Klassische Fototechnik

Technik: Handyfotografie, Folienkopien, Negativabdrücke - erzeugt durch lichtsensibles Material (Cyantotypie)

Material: Fotografien, OHP- Folien, Aquarellpapier, Ammoniumeisen(III)-Citrat, Kaliumferricyanid, Pinsel, Kreppband, Sonnenlicht, diverse Gegenstände

Der Wahrheitsbegriff nach dem Fotografen Thomas Struth wird durch seine künstlerisch fotografische Arbeit aktiv infrage gestellt.

In der, als Wahrheit abbildendes Medium verstandenen, Fotografie wird zwischen drei Disziplinen unterschieden:

1.Strukturbilder

2. Abbilder

3. Sinnbilder.

Die S*S erfahren durch das Erstellen von Sinnbildern (Beispiel: Stillleben) die Manipulierbarkeit der, auf einem Foto, abgebildeten Objekte, vertiefen diese Kenntnisse der manipulierten und inszenierten „Wahrheit“ über die Technik der Cyanotypie, indem sie Strukturbilder (Fotogramme) kompositorisch und experimentell planen.

Abschließend bündeln die S*S ihre Erfahrungen und entwerfen ein Abbild eines Ausschnittes ihrer Lebensrealität im Stil der Inszenierten Wirklichkeit nach Thomas Struth.

Picassos Kubismus - Simultanperspektive in Fotomontagen

Picassos Kubismus - Simultanperspektive in Fotomontagen

Thema: Picassos Kubismus - Simultanperspektive in Fotomontagen

Bereich: Fototechnik

Technik: Handyfotografie, Bildbearbeitungssoftware (Freeware)

Material: Fotografien, Fotodruckpapier

PICASSO UND DER KUBISMUS

Künstlerische Haltungen und Sichtweisen zwischen Distanz und Nähe

„Der Kubismus ist weder ein Samenkorn noch ein Fötus, sondern eine Kunst, der es vor allem um die Form geht, und wenn eine Form einmal geschaffen ist, dann ist sie da und lebt ihr eigenes Leben weiter“ Pablo Picasso.

Am Beispiel von Fotografien einer Person aus unterschiedlichen Perspektiven, entwerfen die Schüler eine kubistische Fotomontage, welche einen autonomen Formenrhythmus entwickelt und in ihrer angewandten Simultanperspektive die Umsetzung einer dreidimensionalen Büste nahe legt. Dadurch wird das Gestaltungsprinzip des Kubismus nach Picasso produktiv- rezeptiv nachempfunden und eine darstellerische Brücke zwischen Malerei und Plastik/ Skulptur durch die Thematik des Kubismus und die Technik der Fotomontage auf der Metaebene aufgebaut.

Fotografische Variation

Fotografische Variation und eigenständige Schwerpunktbildung

Bereich: Fotografie/ Transklassisches

Technik: Fotografie/Plastik

Material: Papier, Fotopapier

Labore, sakrale Räume, ein Erlebnispark, es sind höchst unterschiedliche Lokalitäten, die von Thomas Struth fotografiert worden sind. All diese Orte sind von Menschen geschaffen und sie haben einen Faktor gemeinsam: Es sind hochkomplexe Anlagen, auch wenn sie sehr unterschiedlichen Zwecken dienen.

Festgehalten in großformatigen Bildern können sie trotz des Detailreichtums nur schwer erschlossen werden und bleiben geheimnisvoll. Maschinen und Technik sind sichtbar, doch konkrete Funktionsweisen bleiben verborgen. Dabei zeigen Struths Fotografien Bauten, Apparaturen und Konstruktionen, die meist für die Öffentlichkeit selten zu sehen sind und deshalb unbeachtet bleiben. Struth bildet diese Objekte großformatig und häufig in leuchtenden Farben ab.

Die Fotografien zeugen zwar einerseits von der Imaginationskraft und der technischen Versiertheit des Menschen, andererseits zeigt sich in Struths Werken jedoch auch mögliche Überforderung durch Technik und Fortschritt. Struth lenkt den Blick auf Strukturen der Gegenwart, die er mit Detailschärfe dokumentiert und hinterfragt. Seine Aufnahmen gleichen Studien, die historische, funktionale und soziale Zusammenhänge abbilden.

Malerische und fotografische Auseinandersetzung

Thema: Malerische und fotografische Auseinandersetzung

Thema: Malerische und fotografische Auseinandersetzung mit der Werkgruppe "Komplexe ästhetische Strukturen in der Natur und Technik" bei Thomas Struth

Bereich: Transklassisches, Malerei

Technik: Malerei, Fotografie, Collage

Material: Fotografie, Papier, Acryllfarbe

„Wie viele Wörter gibt es für grün? Nicht genügend. Die Fotografie ist genauer als die Sprache. Sie kann noch die feinsten Schattierungen zwischen gelb- und olivgrün ausdrücken, kann einen sonnengefluteten Palmwedel im Gegenlicht strahlen lassen und im selben Bild den Betrachter ins finstere Unterholz schicken. "Paradises" nennt der Fotokünstler Thomas Struth seine wandfüllenden Waldbilder. Es sind Paradiese des Sehens.“ Kia Vahland

Doch noch andere Komponenten machen Struth zu einem virtuoseren Chronisten und Interpreten der Gegenwart: Die massive Vergrößerung dessen, was er abbildet, er spielt mit dem Publikum Ich-sehe-was-Du-nicht-siehst, als Betrachter muss man sich seiner Sehschule stellen.

Jahrgangsstufe 12

Schuhe einmal anders

Schuhe einmal anders

Thema: Schuhe einmal anders
Material: Als Grundmaterial diente ein Schuh oder ein Schuhmodell

Das Wort Schuh bezeichnet eine Fußbekleidung, die primär den Fuß schützen soll, jedoch auch in der umhüllenden Funktion einem ästhetischen Zweck dient.
Im altindischen Sanskrit bedeutet das Wort scutani bedeckt sein. Das daraus abgeleitete scuoh im Althochdeutschen charakterisiert eine Schutzhülle, die, zum schuoch abgewandelt, zum heutigen Begriff des Schuhs, der Fußbekleidung geworden ist.
Schuhe, seit jeher Gebrauchsgegenstand, Statussymbol, modische Erscheinung, beschäftigten den Kurs der Jahrgangsstufe 12 gestalterisch. Es galt zu überlegen, was der sprachliche Begriff des Schuhs beinhaltet, wie der Schuh seinen Träger auszeichnet, was kulturell mit dem Schuh verbunden werden kann, wie man den Begriff des Schuhs abwandeln könne.
Ein Ansatz der Gestaltung beschäftigte sich mit dem Material von Schuhen: Leder tierischen Ursprungs und andere natürliche Stoffe führten zur Gestaltung des Schuhfari aus Federn und Leder. Ein weiterer Ansatz kolportierte auf sprachlicher Ebene dieses verwendete Leder und führte zum Schuhkrodil. Der Schuhtick nahm das Statussymbol Schuh und das Käuferverhalten ins Visier der Gestaltung. Als Schu(h)tzlos wird ein Stiefel, durch eben nicht den Fuß schützendes Material ausgeführt, bezeichnet. Die Schuhkarre setzt sich auf semantischer Ebene mit einer sprachlichen Verschiebung auseinander. Die Karre, die umgangssprachlich ein weiteres Statussymbol, das Auto, bezeichnet, wird mit dem Schuh als Ausgangsmaterial zur Schuhkarre, was wiederum vom ebenso gebräuchlichen Wort der Schubkarre abgeleitet wurde. Die Schubkarre dient als Beförderungsmittel für Lasten, wie auch der Schuh als Beförderungsmittel seines Trägers dient.

Gestaltung mit Schrift - Stillleben mit Vasen

Stillleben mit Vasen

Thema: Stillleben mit Vasen
Bereich: Schrift als Gestaltungsmittel
Material: Als Grundmaterial dienten Kopien mit dem Schriftzug Vase in unterschiedlichen Schrifttypen und Größen

Wenn sich Menschen mitteilen oder verständigen wollen, benutzen sie Sprachen, Zeichen, Gesten, Bilder oder Schriften.
Die Sprache ist ein wichtiges unmittelbares Kommunikationsmittel. Schriften sind Zeichen, mit denen die Sprache festgehalten wird.
Schrift ist ein indirektes Kommunikationsmittel. Sie ist gekennzeichnet durch Zeichen, Symbole und die dazugehörigen Bedeutungsinhalte und begriffliche Aussagen.
Im Bereich der Gestaltung werden Schriften, Zeichen und Bilder für vielseitige Zwecke verwendet. Immer jedoch ist Schrift ein direkter Bedeutungsträger, das Gemeinte wird durch die Zeichen verbildlicht.
Sprache und Schrift können deshalb auch zum Gestaltungsmaterial werden, weil der Rezipient gefordert ist, die Simultaneität verbaler und nicht-verbaler Informationen, also den Widerspruch zwischen Sprache und Gegenstand der Sprache, zu registrieren und zu beurteilen. Grundsätzlich gilt, je mehr mit sprachlichen Elementen, einzelnen Wörtern, Silben bis hin zu isolierten Buchstaben getextet wird, desto mehr schwindet der Bezug zu schnell fassbaren Inhalten. Wörter werden zu Gestaltungsmaterial, lösen sich aus ihrem Kontext und verlassen sie sichere Ebene der Syntax. Das Wort als Modul von Sprache, der Buchstabe als singuläres Zeichen erscheinen in ihrer reinen Stofflichkeit. Wörter, Silben, Buchstaben erscheinen als Evokation an den Rezipienten. Sprachpartikel bleiben lesbar und rufen Assoziationsketten beim Leser/ Betrachter hervor. Dass die Gedanken abschweifen, ist erlaubt und beabsichtigt.
Als Gestaltungsmittel wird bei der Schrift die Fläche, auf der die Schrift gedruckt/ geschrieben ist, als Werkkonstituente miteinbezogen und wird somit als zusätzlicher Informationsträger zum kompositorischen Teil des Dargestellten, zum Grundrahmen, zur bildlichen Darstellung oder einfach nur zur Fläche an sich. Die Typografie wird zum ausschlaggebenden Antrieb der Lesebewegung und der Intonation. Die Schriftart, Größe, Stärke und Anordnung von Schriftzeichen variieren die Aussagekraft eines Textes.
Dieses Wissen um Schrift wurde in den Vasenstillleben verarbeitet. Unterschiedliche Schrifttypen, die jeweils das Wort Vase wiedergeben, gingen in die Gestaltung mit ein. Die Schrift als Bedeutungsträger, das geschriebene Wort als das Gemeinte bildeten das Grundmaterial für den Gestaltungsprozess.

Jahrgangsstufe 13

Collage

Collage

Thema: Collage
Bereich: Collage
Technik: Papierschnitt
Material: Teilausschnitte aus Illustrierten

Obwohl die Collage keine Technik ist, die ihren Ursprung im 20. Jahrhundert hat, ist sie jedoch erst in dieser Zeit als potentielles Medium für die bildende Kunst entdeckt worden. Die Collage, definiert als das Zusammenkleben disparater Elemente, hat eine Entwicklung in Gang gebracht, die die Vorstellung des Rezipienten über das, was Kunst ist, revolutioniert und beinahe jede nennenswerte Strömung der neuzeitlichen Kunst maßgeblich beeinflusst. Die Collagetechnik ist in geradezu idealer Weise dazu geeignet, den Lärm, das Tempo, die Hektik und Flüchtigkeit des modernen Lebens festzuhalten. Die Collage kann zum Medium dafür werden, unsere Kultur zu dokumentieren. Der Zeitaufwand, der notwendig ist, um eine Skulptur, ein Gemälde zu schaffen, schrumpft bei der Collage auf einen einzigen Akt zusammen. An die Stelle eines Entwurfs oder einer Folge von Studien tritt ein Konstrukt, das sich meist in einem Zuge anfertigen lässt. Mediale Erzeugnisse, Fotografien oder Fundstücke als Ausgangsmaterial ermöglichen einen künstlerischen Ansatz der Entzweiung oder Fragmentierung, der im Zusammenfügen der unterschiedlichen Elemente wieder zu einem harmonischen Ganzen führt und dem endgültigen Werk eine Reihe von Bedeutungsebenen verleiht. Das Fragment bringt seine Geschichte mit, in Verbindung mit anderen Objekten nimmt es eine weitere Bedeutung an und gibt nicht nur dem Schaffenden, sondern auch dem Rezipienten die Möglichkeit, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.
Auf den Spuren von Picasso, Braque und Schwitters näherten wir uns den modernen Collagen von Hamilton, Kaprow, den collageähnlichen Fotografien von Pierre & Gilles an und beschäftigten und mit den Themenbereichen Großstadt/ Natur, Traum und Märchen.

Decalcomanie

Decalcomanie

Thema: Decalcomanie
Bereich: Gestaltungsprinzip der Aleatorik
Technik: Grafisches
Material: Papier, Farbe, Zeichenstifte

Der französische Ausdruck Decalcomanie bezeichnet ein Gestalten mit dem Zufall.
Schon Leonardo da Vinci beschrieb ein Verfahren der Ausdeutung anhand von Mauerflecken. Man könne, so schrieb er, bereits in den zufälligen Spuren eines mit Farben getränkten Schwammes, der an eine Mauer geworfen wurde, eine Landschaft erkennen. Damit umriss er bereits vor beinahe 500 Jahren exakt das Prinzip assoziativer Deutung von amorphen Zufallsstrukturen. Die antike und mittelalterliche Tradition der Lapidarien, Steinsammlungen, spielte eine große Rolle, man entdeckte in den Steinstrukturen, besonders in Marmor und Achaten, Figuren und Figurengruppen. Leonardo da Vinci erwähnt in seinen Aufzeichnungen das Phänomen des psychischen Bedeutungsgewichtes. Entsprechend der selektiven Wahrnehmung lassen sich in Zufallsstrukturen bekannte Figuren und Bilder erkennen.
Das künstlerische Verfahren der Decalcomanie ist ebenso ein Zufallsprinzip, ein Abklatschverfahren, dessen Prinzip denkbar einfach ist: Flüssige Farbe wird auf eine glatte Platte aufgetragen. Auf diese legt man einen Bogen Papier, streicht ihn mit mehr oder weniger starkem Druck glatt und hebt ihn, nun gefärbt, wieder von der Platte ab.
Variationsmöglichkeiten ergeben sich bei der Auswahl von Farben, beim Auftrag der Farben, beim Abzug des Papiers, bei der Auswahl des Papiers, das zusätzlich gefaltet, zerknittert oder geknüllt werden kann.
Ist nun der Zeichengrund, das gefärbte Papier geschaffen, beginnt erst der eigentliche Gestaltungsprozess. Das eigentlich aleatorische Ausgangsmaterial wird nun gedeutet, auf gestalterische Eingriffsmöglichkeiten hin untersucht. Erste assoziative Ausdeutungen werden mit malerischen oder zeichnerischen Mitteln ausgeformt und hervorgehoben. Die zufälligen Kleckse auf dem Papier stellen demnach den Ausgangspunkt, aber auch die Kernformen der später ausgeführten Zeichnungen und Malereien dar, und da, wo die Fantasie nicht ausreicht, kann mit einigen gezielten Strichen nachgeholfen werden.

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