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Dezember 2005: Spenden und neuer E-Mailkontakt

"Partnerschaft besteht nicht nur aus Spenden, sondern aus dem gegenseitigen Austausch! Das hatte Gracinete Lemos-Schröder im Juli bei ihrem Besuch den Goetheschülern gesagt. Mit ihrem Projekt "Vamos! Crianca" versucht sie im Nordosten Brasiliens Kindern zu helfen, die als Säuglinge unterernährt waren. Neben dem Schulunterricht werden diese Kinder in kleinen Gruppen besonders gefördert, um nicht hilflos als Straßenkinder zu enden.

In den letzten Wochen schrieben Goetheschüler der Klasse 6a im Politikunterricht bei Lehrerin Helga Neumann-Schillings Fragen an die gleichaltrigen Kinder in Brasilien. Per E-Mail kam die Antwort schnell.

Manchmal gab es große Gemeinsamkeiten. So antworteten die Brasilianer auf die Frage, ob in Brasilien Jungen und Mädchen gerne Fußball spielen: "Klar, auch die Mädchen spielen bei uns gerne Fußball! Auf die Frage, ob es wirklich so viele arme Menschen in Brasilien gebe, gab es die Antwort: "Hier in Bacabal gibt es viele arme Familien, sie haben zum Beispiel keine Wohnung und müssen unter der Brücke oder in Baracken wohnen. Es gibt auch viele Familien, die nicht jeden Tag ein Mittagessen haben. Viele leben in sehr schwierigen Verhältnissen. Zum Beispiel haben wir einmal mit dem Projekt die Müllkippe hier besucht und viele Kinder gesehen, die im Müll nach Sachen suchen, die sie verkaufen, um damit ihre Familien zu unterstützen. Viele Kinder müssen arbeiten, um ihren Familien zu helfen; daher fehlen sie oft in der Schule und müssen eine Klasse wiederholen. Viele Kinder gehen auch einfach nicht mehr zur Schule, weil sie schon arbeiten müssen. Betroffen zeigten sich die Goetheschüler auch davon, dass fast alle Kinder des Projektes "Vamos! Crianca" in der normalen Schule kaum mitkamen, bevor sie zum Projekt kamen. "In unserer Projektgruppe haben 11 von 15 Kindern schon mindestens einmal ein Schuljahr wiederholen müssen , schrieben sie.

In der zweiten Runde des E-Mail-Projekts sind nun die Goetheschüler am Zug. Sie erzählen von sich und beantworten zurzeit die Fragen der Brasilianer wie: "Seid ihr darauf vorbereitet, bei der Weltmeisterschaft 2006 gegen Brasilien zu verlieren? oder "Gibt es bei euch auch Esels- und Pferdekarren? Dass Austausch und Hilfe eine Einheit bilden, zeigte sich schnell. "Wir haben uns in Politik mit Kinderarbeit beschäftigt , erzählt ein Schüler. "Es ist toll, wenn wir helfen können, dass unsere Freunde in Brasilien das nicht tun müssen. Es ist für sie ein Geschenk lernen zu dürfen. Auch in den Klassen 6b und 6c beschäftigten sich die Schüler im Politikunterricht bei den Lehrkräften Alexandra Backes und Sven Herdemerten mit dem Thema Kinderarbeit.

Neben dem Politikunterricht setzte sich auch die Klasse 7a mit ihrer Lehrerin Barbara Rosemann für die Kinder in Brasilien ein. Am Unterstufentag Ende November verkauften die Schüler und Eltern der Klasse 7a im Balladen-Café Waffeln. Gemeinsam mit dem Kuchenverkauf der Klasse 6a am Unterstufentag und dem Erlös eines früheren Kuchenverkaufs der Klasse 7a konnte so zu Weihnachten eine Spende in Höhe von 880 Euro überwiesen werden.

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