Petit Voyage à Liège

In Belgien leben wie ein Gott in Frankreich? Dass das ganz hervorragend funktioniert erlebte der Französischkurs der EF.

Morgens, 8:00 Uhr in Deutschland. Es ist zu früh für Knoppers und doch zu spät um weiterzuschlafen. Vor einer uns wohlbekannten Schule sammelt sich ein Grüppchen mehr oder weniger wacher Schüler (zum großen Teil wohl weniger wach). Zum Ende des Schuljahres, wenn die Bücher nichts mehr hergeben, ist im Kollegium Kreativität gefragt, man muss ja schließlich seine Schüler beschäftigt kriegen. "Film gucken" ist beliebt, auch "beschäftigt euch mal" hört man als Schüler oft. Sind die Lehrer aber leidenschaftlich für ihre Schüler engagiert, springt auch mal etwas Größeres heraus.
So hatte sich die nach eigenen Angaben sprachliche Elite der eben genannten Schule das Jahr über so intensiv dem Studium der französischen Sprache gewidmet, dass sie sich zu dessen Ende einen Kurzurlaub in einer Weltstadt verdient hatte. Kurzurlaub meint hier einen Tag, Weltstadt meint hier Lüttich. Betreffende Stadt ist linksrheinisch auch unter der wohlklingenden Bezeichnung Liège (für alle Nicht-Franzosen: es spricht sich Liäääsch) bekannt. Unter der Reiseleitung von Frau Brakmann und Herrn Ruhrbruch stieg dann der Französisch-Grundkurse der EF in Essen in den Bus und kurz darauf in Liège wieder heraus.
Gleich der erste Eindruck wusste zu überzeugen, so besticht Liège durch eine bunte Mischung zweier Architekturstile: Die Bürgerhäuser der Altstadt stehen denen an den Pariser Prachtboulevards in so gut wie nichts nach, während die Hochhäuser am Ufer der Maas wie eine Hommage an jenen Stil wirken, der in so wohlbekannten Orten wie Berlin-Marzahn zu seiner Blüte geführt wurde.
Um der Gefahr vorzubeugen, dass unsere Oberstufenschüler sich mehrere Stunden langweilen müssen, waren von der Reiseleitung die ebenso bekannten wie beliebten Stadt-Rallyes vorbereitet worden und in kleineren Gruppen, mit Stadtplan und bestem Schulfranzösisch ausgestattet, ging es in die Altstadt. Die ist, das sei hier zugegeben, wirklich schön und Liège versprüht, trotz seiner Lage auf belgischem Staatsgebiet, französische Lebensfreude. Nach einer ersten Durchsicht der Rallye musste man feststellen, dass die Aufgabe "Setzt euch in die Sonne und trinkt café au lait!" wohl leider vergessen worden war, sie wurde somit von den Schülern selbstständig ins Programm aufgenommen. Auch Aufgaben wie "Nehmt euren Jahresbedarf an Schokolade auf einer belgischen Waffel verteilt zu euch!" oder "Verlauft euch in einem dubiosen Stadtteil!" wurden, mangels Erwähnung in der offiziellen Rallye, eigenständig hinzugefügt.
Nachdem wir dann mehr als fünf Stunden lang Liège erkundet, Café getrunken und Urlaubsluft geschnuppert hatten, ging es wieder zurück nach Essen. Mit im Gepäck die Erkenntnis, dass man nicht unbedingt nach Frankreich muss, um das "savoir vivre" zu erleben und dass der Trip nach Liège weit mehr war, als nur Beschäftigungstherapie, ein echter Kurzurlaub nämlich.
Abschließend geht im Namen aller Mitgereisten noch ein großes 'merci beaucoup' an Frau Brakmann und Herrn Ruhrbruch, die uns mit viel Engagement während der Planung und mit noch mehr Spaß und Geduld während des Ausfluges einen großartigen Tag organisierten!

© goetheschule-essen.de by Michael Franke und Jan Ruhrbruch

Direkt-Navigation öffnen oder schließen

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.