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Studium der Biomedizin: ein Bericht

Biomedizin, ein Begriff, der an und für sich reichlich Raum lässt, über seinen Inhalt zu philosophieren. Aber was versteckt sich hinter einem solchen Studiengang?
Klein und hell erschien der Raum, in dem sich die Goetheschüler am 18.01.2006 in der Uni Essen zusammengefunden hatten, um der Frage auf den Grund zu gehen. Irgendwie passte er nicht ganz zum Exterieur des Gebäudes, der aufgebaute Beamer und die anbei stehenden Laptops ließen die Interessierten auf eine ansprechende Einführung hoffen. Umso überraschender traf uns dann die Eröffnung, wir würden uns im Hör„saal“ befinden. Die Abteilung „Biomedizin“ stelle nämlich 25 neue Studienplätze pro Jahr – mehr als ein etwas größerer Raum wird deshalb als Hörsaal nicht benötigt – und der Andrang beschränke sich lediglich auf 800 Bewerber durchschnittlich, die den NC auf luftige 1,4 brächten.

Doch als Prof. Ehrmann mit dem Vortrag begann, wurde uns der Grund des enormen Interesses an diesem Studienfach klar. Biomedizin beschäftigt sich größtenteils mit aktuellen Krankheiten und der Forschung nach Wegen, diese zu bekämpfen.

Alzheimer, eine der häufigsten Demenzerscheinungen der heutigen Zeit, stellte das Hauptthema des Dozenten, der sich sichtlich um eine verständliche Darstellungsweise des doch sehr komplizierten Forschungsvorgangs nach einem Heilmittel bemühte, dar. - Alzheimer ereilt theoretisch jeden Menschen früher oder später, sollte dieser vorher nicht schon verschieden sein. Vom Körper nicht abbaubare Proteine lagern sich bei dieser Krankheit im Gehirn an und stören somit die Funktionen des Gehirns; es kommt zu Vergesslichkeitsanfällen und ähnlichen Demenzerscheinungen. Vereinfacht gesagt nutzt Biomedizin Enzyme als Medikament, die genau diese gefährlichen Proteine bei ihrer Produktion in ungefährlichere, dem Hirn also weniger schädliche Proteine umwandeln. „In ein paar Jahren wird Alzheimer kein Problem mehr bereiten, ich bin mir auch sicher, Krebs wird nach 50 Jahren nicht mehr als tödliche Krankheit präsent sein.“

Die Fähigkeit zur internationalen Zusammenarbeit sei hierbei genauso wichtig wie eine enorme Neugierde und Frustrationsschwelle, so betonte Ehrmann.

Anschließend erläuterte uns Frau Dr. Frass das Bachelor-Studiensystem, das in Zukunft die herkömmlichen Studiengänge ablösen soll. Im Vordergrund stehe hierbei die internationale Anerkennung des Studiengangs, die es erleichtern soll, auch im Ausland einen Beruf zu finden und ausüben zu können. Dies spiele besonders bei der Biomedizin eine große Rolle. Nach dem Abschluss des Studiums folgt für gewöhnlich eine Forschungsaktivität im Ausland, da die nun ehemaligen Studenten ihren Horiziont erweitern sollen. „Die Entwicklung in den letzten Jahren lässt die verschiedenen Forschungsfakultäten immer stärker zusammen arbeiten. Natürlich besteht eine gewisse Konkurrenz, aber gerade in unserem Sektor gibt es enorme Möglichkeiten, die nicht ungenutzt bleiben sollten.

Diese und andere Antworten gab uns Professor Ehrmann anschließend in der Fragerunde. Bemerkenswert war die ansteckende Faszination und Begeisterung, mit denen der Dozent sein Thema vermittelte. Es erinnerte nicht einmal an die klischeehafte Vorstellung des introvertierten Forschers, sondern vielmehr an die eines Menschen, der an seinem Beruf Spaß hat und darin aufgeht. Dies wurde noch einmal auf der folgenden Führung durch die Einrichtungen der Biomedizin deutlich. Es herrschte eine eher lockere Atmosphäre und wir hatten nicht den Eindruck, als ob sich Professor Ehrmanns Mitarbeiter durch uns bei ihrer Arbeit gestört fühlen würden. „Unsere Arbeit ermöglicht vielen Menschen ein besseres Leben.“, erklärte er uns abschließend in seinem Arbeitszimmer, das den letzten Punkt unseres Unibesuches darstellte.

Biomedizin stellt möglicherweise einen jungen Studiengang dar, seine Methoden und Möglichkeiten stecken aber bei weitem nicht mehr in den Kinderschuhen.