Im Unterricht haben wir Meditationstexte zum Thema "Zeit" selbst geschrieben. Sie eignen sich für die persönliche Betrachtung oder für den Gottesdienst.

Ein Hinweis für Googler:
Diese Seite ist die am häufigsten angewählte Seite von externen Benutzern. Gerne können die Meditationen zum Thema "Zeit" verwendet werden, zum Beispiel bei Abschlussgottesdiensten oder zu Silvester oder Neujahr. Wir bitten jedoch um eine E-Mail mit einem Hinweis auf die Verwendung, evtl. auch mit einem Kommentar, an franke@goetheschule-essen.de.

Die Zeit vergeht [10 KB]   Die Zeit - Der Weg [13 KB]  
Diese Zeit [10 KB]   Dieser Weg ist schwer [10 KB]  
   

"Die Zeit [23 KB] ": ein Text von Herrn Franke (1986)

Die Zeit



die zeit
verrinnt
unaufhaltsam
unwiederholbar

die sanduhr
als zeichen der zeit

alles vergängliche
vergeht
unsere kindheit
unser leben
unsere zeit
verrinnt
unaufhaltsam
unwiederholbar

die zeit
sehen wir
wie eine sanduhr
oben die zukunft
unten die vergangenheit
alle sandkörner zusammen
unser leben
unsere zeit
eingeteilt
in vergangenheit
und zukunft
zwischen geburt
und tod
ein haufen sand
unsere lebenszeit

die gegenwart
ein fallendes sandkorn
hältst du es
in der hand
fällt ein neues

das fallende sandkorn
kannst du nicht er-greifen
es ist unbegreiflich

nur
im fallenden sandkorn
liegt leben
der rest ist
toter sand
über den du verfügen kannst
den du verplanen kannst
nicht aber beleben

nutze das fallende sandkorn
es ist das einzige
das du fühlen kannst
kannst du etwa in der vergangenheit fühlen
oder in der zukunft
oder dort etwas gutes tun
oder etwas sinnvolles

nutze das fallende sandkorn
jedes
das dir zufällt
auf seine weise
rechtzeitig
denn es ist
einmalig
unwiederholbar

nutze das fallende sandkorn
jedes
das dir zufällt
auf seine weise
verantwortungsvoll
denn es ist kostbar
geschenkt

nutze das fallende sandkorn
lass es nicht
unbemerkt
an dir vorbeistreichen

ein besseres maß der zeit
als die sanduhr
ist deine erinnerung
was du erlebt hast
wird wieder lebendig
kurze augenblicke
des glücks
bekommen wieder
frische farben
langweilige stunden
verblassen
die erinnerung
baut im innern
eine lebensvolle welt auf
überbrückt im inneren
alle zeitgrenzen
die erinnerung
vergegenwärtigt

die zeit
ist nicht
wie eine sanduhr

es wurde
von buddha gelehrt
dass die vergangenheit
die zukunft
der raum
nichts sind
als bezeichnungen
als formen des denkens
wörter zur verständigung
denen sonst aber
nur oberflächliche realität
zukommt
und
morderne physiker
erkennen
das koordinatensystem
aus raum und zeit
nur als element einer sprache
die ein irdischer beobachter
benutzt
um seine umwelt
zu beschreiben

wirkliches glück
liegt darin
sich von der vorstellung
der sanduhr
zu lösen
und selbst
über die zeit
zu verfügen
anstatt
von der sanduhr
gebannt
von der
vorstellung der zeit
gefangen zu sein

wirkliches glück
liegt darin
sich von der vorstellung
der sanduhr
zu lösen
frei zu sein
von der lärmenden last
aller drängenden termine

gegenwart
das ist der moment
der absoluten ruhe
obwohl sie
in diesem moment ist
jetzt
gibt es keine grenzen
für diesen moment
und darin liegt
ewige freude
eine ahnung von Gott
am siebten tage sollst du ruhen
ruhen ohne uhren
ohne sanduhr

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© Michael Franke 1986