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Auf einen Blick: Schule mit Geschichte

  • Die 1899 gegründete Goetheschule ist eine durch ihr markantes Gebäude, das unter Denkmalsschutz steht, und vor allem aber durch ihre Geschichte und ihre vielfältige Kulturtradition immer wieder über ihren Stadtteil hinaus wirkende Bildungseinrichtung.
  • Die Mitwirkung vieler Schülerinnen und Schüler in Chor und Schulorchester schafft eine über die Klassen und Jahrgangsstufen hinaus wirkende besondere Einbindung in unsere Schulgemeinschaft, die durch viele andere Arbeitgemeinschaftsangebote unterstützt und verstärkt wird.
  • Die Goetheschule führt durch ihr Konzept „Wege zur Mehrsprachigkeit" viele Schülerinnen und der Schüler zum Erwerb von bis zu vier Sprachen (Latein, Englisch, Französisch und Spanisch bzw. Italienisch).
  • In der Sekundarstufe II bieten wir naturwissenschaftlich interessierten Schülerinnen und Schülern ein Wahlprofil Naturwissenschaften mit Leistungskursen in Physik, Mathematik und anderen Fächern an.
  • Seit dem Schuljahr 2007/08 sind wir zertifizierte „World school" der International Baccalaureate Organisation und bieten unseren Schülerinnen und Schülern das „IB", einen internationalen Schulabschluss zusätzlich zum Abitur an.
  • Weil unsere Schülerinnen und Schüler im „Kess-Programm" und in anderen Projekten soziales Engagement zeigen, führt unsere Schule das „Charity Lable".
  • Mit der Schulpartnerschaft mit einem großen Essener Unternehmen der Energiewirtschaft (RWE - Power) und mit Projekten und Workshops mit anderen Unternehmen oder dem Initiativkreis Ruhrgebiet bilden wir ein besonderes Profil der ökonomischen Bildung.
  • Das Schulprogramm betont auch die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung, der unsere Schule durch Umwelterziehung und Energiesparprojekte nachkommt.
  • In unserer Schule, an der ein hoher Anteil der Schülerinnen und Schüler Latein als erste oder zweite Fremdsprache erlernt, gilt noch der Lehrsatz „mens sana in corpore sano": Die sportlichen Erfolge unserer Schülermannschaften in vielen Disziplinen sind uns ein Beleg für eine erfolgreiche ganzheitliche Bildung in einer Schule der Bewegung.
  • Durch ihre Altschülertradition hat die Goetheschule eine überdurchschnittliche schulgeschichtliche Kontinuität bewahrt, aus der immer wieder Begegnungen und Bindungen zwischen den verschiedenen Schülergenerationen erwachsen.
  • Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Goetheschule zeigt durch die langjährige finanzielle Unterstützung unserer schulischen Arbeit die tiefe Verbundenheit von Eltern und ehemaligen Schülerinnen und Schülern zu „ihrer" Goetheschule noch lange über die Schulzeit der eigenen Kinder hinaus.
  • Die vielleicht berühmtesten Schüler unserer Schule waren Gustav Heinemann, Bundespräsident a.D., Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Industrieller und Alfred Müller-Armack, Politiker und Begründer des Konzepts der sozialen Marktwirtschaft.
  • Humor und Selbstironie hat die einstmals „schönste Schule Preußens"(Baubeschreibung 1913) durch die Aufführung selbst geschriebener, komponierter und inszenierter Musicals wie „Die goethliche Komödie" (1999) oder „Der Turm von B." (2003) bewiesen. Die vielen anderen Musicalaufführungen (Hair, Grease, Rocky Horror Picture Show), Ballettabende und Theaterinszenierungen zeigen, dass wir in unserer Schule mit Herz, Hand und Kopf gemeinschaftlich leben, lernen und arbeiten.
  • Über unser Schulleben informieren wir auf unserer Homepage, in unserer Schulzeitschrift „Der Turm" oder in periodisch veröffentlichten „Goethe-News". Ausführlich haben wir über unsere Schule in der 1999 erschienen Festschrift zum 100-jährigem Jubiläum und dem 2010 herausgegebenen Buch: „Schulkultur: Stationen und Perspektiven" berichtet.

2. Schulprogramm: Ziele und Grundwerte

Wir verstehen den Entwurf eines Schulprogramms für die Goetheschule als die Weiterentwicklung unserer Schule auf der Grundlage unserer Traditionen und Werte; wir stellen uns neuen Herausforderungen und nehmen sie in unser Erziehungs- und Bildungskonzept auf.

Die Goetheschule soll ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche lernen, sich geistig und sozial mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen und sich kreativ und musisch zu entfalten. Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule sollen Leistungsfähigkeit, Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit erwerben.Wir verstehen uns als Schule, in der alle Mitglieder der Schulgemeinschaft sich am Schulleben beteiligten und mitbestimmen. Die Goetheschule soll ein Ort sein, in der alle eine Atmosphäre gegenseitiger Achtung und Wertschätzung erfahren.


Als Werte und Ziele wurden formuliert:

  • Die Goetheschule ist eine Schule, in der alle am Schulleben Beteiligten Demokratie lernen und leben. Die Goetheschule fördert die Gleichberechtigung der Geschlechter. Die freie Persönlichkeitsentfaltung des Individuums wird durch die Rechte der anderen begrenzt. Rücksichtnahme, Gewaltlosigkeit, Hilfsbereitschaft
  • sowie Ehrlichkeit, Fleiß, Ordnung, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sollen im Elternhaus angelegt und in der Schule gefestigt werden. Die Entwicklung dieser „Tugenden" (oder auch: „soft skills") dient der Wahrung der Würde des Einzelnen.• Die Goetheschule ist eine Schule, in der wir fachliche Leistungen auf hohem Niveauanstreben. Die Sicherung der Qualität von Unterricht steht im Mittelpunkt des Schulprogramms. Ziel des Unterrichts ist, die Leistungsbereitschaft der Schüler zu wecken und ihre Leistungsfähigkeit altersgerecht zu fördern. Die Vermittlung fundierten Wissens ist unverzichtbar für die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit. Die Unterrichtsfächer nutzen die neuen Informationstechnologien und erschließen sich kritisch deren Möglichkeiten.
  • Die Goetheschule ist eine Schule, die Schülern ihre Begabungen entdecken hilft und deren Entwicklung fördert. Methodenvermittlung und Methodenbewusstsein führen zum selbständigen und systematischen Lernen. Schüler werden befähigt, fremde Themen selbständig zu erarbeiten, darzustellen und die allgemeine Studierfähigkeit zu erwerben.
  • Die Goetheschule öffnet sich auch für andere Lernorte und erschließt sich neue Erfahrungen. Durch fächerübergreifendes Arbeiten soll der Fachunterricht ergänzt und vertieft werden.
  • Die Goetheschule ist eine Schule der kulturellen Aktivitäten und des kulturellen Erlebens. Eigenes Schaffen und gemeinsames Tun bilden ein Gegengewicht zu einer überbetonten Konsumhaltung.
  • Die Goetheschule ist eine Schule, in der Schülern die Achtung vor der Natur vermittelt wird und in der sie sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Das Wissen über den Einfluss des Menschen auf die Natur bildet die Grundlage für zukunftsorientiertes Handeln.
  • Die Goetheschule ist eine Schule, in der das Wissen um die globalenZusammenhänge und die gegenseitige Abhängigkeit vermittelt werden. Hiermit sollen das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen entwickelt und geeignete Handlungsmöglichkeiten erschlossen werden.

3. Schwerpunkte für diese programmatische Arbeit

  • die Sicherung der Unterrichtsqualität;
  • die Vermittlung von Methoden und Methodenbewusstsein;
  • die Entwicklung des fächerübergreifenden Arbeitens;
  • Reflexion und Stärkung des Erziehungsgedankens;
  • die Weiterentwicklung der Kommunikation und Kooperation in der Goetheschule;
  • die Förderung und Beratung von Schülern und Eltern;
  • die Weiterentwicklung der pädagogischen Beurteilung ;
  • die Optimierung der Organisation an der Schule;
  • die Optimierung von Informationsströmen und Entscheidungstransparenz;
  • die Stärkung und Bewahrung des Schulprofils ;
  • der Berücksichtigung und Umsetzung neuer Erkenntnisse der Fachwissenschaften und der Bildungswissenschaft in Unterricht, Erziehung, Fortbildung und Organisation;
  • die Erhaltung unseres denkmalsgeschützten Schulgebäudes und unserer Einrichtungen.

Das Schulprogramm soll...

... für überschaubare Zeiträume Entwicklungsperspektiven beschreiben, die durch klar umrissene Vorhaben eingelöst und überprüft werden. Das Schulprogramm wird regelmäßig fortgeschrieben.Die Gestaltung und Entwicklung der Goetheschule sollen geleitet sein von dem allgemeinen Ziel, gute Bedingungen für fachliches Lernen und einen verantwortungsvollen Umgang miteinander zu schaffen.

Mit dem Schulprogramm als einem Ausdruck bewusster und planvoller pädagogischer Schulgestaltung wollen alle am Schulleben beteiligten Gruppen die einzelnen Aktivitäten, Verhaltensweisen und Gegebenheiten an unserer Schule in einen abgestimmten pädagogischen Zusammenhang bringen.In der Entwicklung des Schulprogramms liegt die Möglichkeit, sich der gemeinsamen Arbeit zu vergewissern, Ziele zu bestimmen, Methoden zu überprüfen und sich angesichts veränderter Bedingungen von "Schule" neuer Herausforderungen bewusst zu werden. Das Schulprogramm enthält die Leitlinien des gesamten Schullebens und beschreibt die notwendigen Inhalte und Felder der Weiterentwicklung unserer pädagogischen Arbeit.


4. Umsetzung und Evaluation des Schulprogramms

4.1 Geschäftsverteilungsplan

Ein zentrales Medium der Schulprogrammentwicklung an der Goetheschule ist der Geschäftsverteilungsplan, aus dem alle Programmelemente, die jeweils verantwortlichen Lehrkräfte und die laufenden Projekte in ihrem Entwicklungszusammenhang zu ersehen sind. Dieser Plan wird jährlich evaluiert, aktualisiert und fortgeschrieben.

4.2 Beratung und Kommunikation: „Wir reden miteinander"

Kommunikation und Beratung in der Schule sind wesentliche Schwerpunkte des Schulprogramms. Die Schulordnung hat in besonderer Weise auf die Einhaltung einer spezifischen Gesprächs-, Kommunikations- und Beratungskultur Wert gelegt. Im Rahmen der schulinternen Lehrerfortbildung sind Lehrerinnen und Lehrer wiederholt in Beratungsund Kommunikationstechniken geschult worden. Das Beratungskonzept für die Goetheschule wird ergänzt durch das Förderkonzept für besonders Begabte. Durch die Umsetzung des Geschäftsverteilungsplans ist es außerdem gelungen, die verschiedenen Beratungsebenen zu koordinieren und in einen kooperativen Zusammenhang zu bringen. Über das Mitteilungsheft für alle Schülerinnen und Schüler wird eine direkte Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule gewährleistet, das Konzept für das Beschwerdemanagement informiert alle am Schulleben Beteiligten über entsprechende Rechte, Pflichten und Verfahrensweisen. Die Sprechtage und die zusätzlichen Beratungsangebote vor den Klassenpflegschaftssitzungen und vor allen Schullaufbahnentscheidungen sollen einen dichten Informationsaustausch sicherstellen. Im Arbeitskreis Erprobungsstufe und im Arbeitskreis Mittelstufe werden regelmäßig ein systematischer Erfahrungsaustausch ermöglicht und Empfehlungen für die weitere Arbeit verabredet. Der Gesprächskreis Dialog Schulpflegschaft und Schulleitung sichert den regelmäßigen Austausch zwischen Eltern und Schulleitung, konkrete Fragen der Schulentwicklung wie z.B. die Vorbereitung auf den Ganztagsunterricht als Folge der Schulzeitverkürzung werden im Arbeitkreis Ganztag erörtert.
Durch unsere Kommunikationsmedien „Goethe-News", dem Goethe „Kultur-Guide", unserer jährlich erscheinenden Schulzeitschrift „Der Turm" sowie der ständig aktualisierten Homepage wird eine differenzierte Information über unsere Schule auf hohem Niveau sicher gestellt. Über Lo-Net und andere Webplattformen erfolgt zunehmend die Beratung, Begleitung und Unterstützung unserer Schülerinnen und Schüler z.B. bei Referaten und Facharbeiten. Verschiedene Feedback - Verfahren sind im Rahmen der Lehrerfortbildung erörtert worden, formalisierte und systematisierte Feedbackmethoden werden zur Zeit auf freiwilliger Basis erprobt.

4.3 Unterricht und Qualitätssicherung

Die Sicherung der Unterrichtsqualität steht im Mittelpunkt der schulprogrammatischen Aussagen an der Goetheschule. Dementsprechend hatte die Umsetzung der Richtlinien und Lehrpläne einen hohen Stellenwert im Schulentwicklungsprozess. Ein intensiver Diskussions- und Arbeitsprozess in Fachkonferenzen und anderen Gremien hat zu tragfähigen schulinternen Lehrplänen geführt. Parallelarbeiten und Absprachen über Leistungsanforderungen und Leistungsbewertungen wurden vom Kollegium regelmäßig durchgeführt und ausgewertet. In der Vorbereitung und Durchführung der Lernstandserhebungen, der zentralen Prüfungen am Ende der Klasse 10 und der Einführung des Zentralabiturs wurden diese Prozesse der Qualitätssicherung verdichtet. Eine wesentliche Neuerung ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung eines Vertretungskonzeptes insbesondere für die Sekundarstufe I und die Einführung eines Konzeptes „Eigenverantwortliches Arbeiten" (EVA-Regel) für die Sekundarstufe II. Die positiven Ergebnisse der Lernstandserhebungen und zentralen Prüfungen haben uns gezeigt, dass wir auf einem richtigen Weg sind.
Laufend werden die kompetenzorientierten schulinternen Curricula für die einzelnen Fächer überarbeitet und die Vereinbarungen zu Leistungsanforderungen und Leitungsbeurteilung in den einzelnen Fächern überprüft.
Das differenzierte Konzept der individuellen Förderung zur Angleichung, Unterstützung und Vertiefung von Lernprozessen dient der Erreichung des vom Gesetzgeber vorgegebenen Ziels der Versetzung als Regelfall und als Instrument der Begabungsförderung.

4.4 Methodenlernen und fächerverbindendes Arbeiten

Im Zusammenhang mit der Stärkung des eigenverantwortlichen und selbständigen Lernens von Schülerinnen und Schülern und der Förderung schüleraktivierenden Unterrichts ist ein Methodencurriculum erstellt worden. Dies wird in den Projekttagen „Methodenlernen" und „Lernen lernen" für die Jahrgangstufen 5 und 11 umgesetzt und durch ein „Methodenbuch" ergänzt. Ergänzt wird dieses fächerübergreifende Projekt durch das Konzept zur Medienerziehung. Alle Lerngruppen im Differenzierungsbereich -also auch die Lerngruppen mit der 3. Fremdsprache - erhalten eine mehrwöchige Ausbildung in den Informationstechnologien (Computernutzung, Officeprogramme, Präsentation, Internet).
In einem fächerübergreifenden Projekt „Suchtprävention" wurden die Fächer Politik, Religion und Biologie eingebunden. Das seit mehreren Jahren in der Jahrgangstufe 8 durchgeführte, nach systematischer Auswertung modifizierte Projekt hat zu einer systematischen Zusammenarbeit mit der einschlägigen Polizeidienststelle, der Krisenhilfe Essen, den Krankenkassen und den Selbsthilfeorganisationen (Anonyme Alkoholiker u.a.m.) geführt.
Darüber hinaus werden in den Projekten zum Internationalem Lernen verschiedene Fächer zusammengeführt. Weitere Ansätze fächerverbindenden Lernens werden aktuell in den Konzepten zur Umwelterziehung und zur Sexualerziehung entwickelt.

4.5 Mehrsprachigkeit, Internationales Lernen und Internationales Baccalaureate

Mehrsprachigkeit ist ein ausgewiesener Schwerpunkt des Schulprofils der Goetheschule. Ein großer Anteil unser Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I erlernen drei Fremdsprachen in der Sekundarstufe I. Mit der Einführung von Spanisch als neu einsetzender Fremdsprache in der Jahrgangsstufe 11 (G8 Jahrgangsstufe 10) ist der Anteil der vier - bzw. dreisprachigen Schüler deutlich gewachsen.
An der Goetheschule können Schülerinnen und Schüler Latein als erste Fremdsprache wählen. Das „Latein-plus-Konzept" sichert die Kontinuität des in der Grundschule aufgebauten Spracherwerbs in Englisch und führt zu einer Flexibilisierung der Schullaufbahn in der Erprobungsstufe.
Im Differenzierungsbereich der Jahrgangsstufen 8 und 9 werden Kombinationskurse Französisch/Politik oder Englisch/Erdkunde/Politik angeboten. Die hohe Beteiligung an den DELF- Prüfungen belegt den Erfolg der Sprachförderung an unserer Schule. Zunehmend werden in allen Unterrichtsfächern englischsprachige Module eingeführt. Dieses Angebot internationalen Lernens wird kontinuierlich ausgebaut und systematisiert. Die „International Weeks" (Jahrgangstufe 9) und die „India Days" (Jahrgangstufe 12) sind Projekte, die nach einer Erprobungsphase zum festen Bestandteil des Schulcurriculums geworden sind.
Die Möglichkeit zur Erlangung des „Cambridge Certificate" und die Teilnahme an den verschiedenen anderen Angeboten individueller Förderung und Arbeitsgemeinschaften in den Fremdsprachen bieten Chancen zur Angleichung von Leistungsniveaus sowie zur Vertiefung und fachspezifischen Ergänzung.
Alle Angebote internationalen Lernens sollen unter anderem auch für den Ausbildungsgang „International Baccalaureate" vorbereiten und motivieren. 2010 wird der 2. Jahrgang die zentralen internationalen IB - Prüfungen ablegen, nach dem der erste Jahrgang geschlossen mit überdurchschnittlichem Erfolg das IB erlangt hat. Neben dem IB wird auch die Erlangung von „Certificates" in den verschiedenen Prüfungsfächern angeboten. Das IB-Programm wird regelmäßig von der IB-ORG evaluiert und überprüft.
Verschiedene Angebote im Bereich Schüleraustausch und internationaler Begegnung
ermöglichen die Vertiefung unseres Konzeptes internationalen Lernens. Die erfolgreiche Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben ist unter anderem ein Indikator für den Erfolg des Unterrichts.

4.6. Schulordnung und Erziehung

Die von der Schulkonferenz 1997 beschlossene neue Schulordnung wurde mehrfach überarbeitet und aktualisiert. Eine Kurzfassung der Schulordnung wird allen Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Schuljahres mit dem Mitteilungsheft ausgehändigt. Alle neuen Schülerinnen und Schüler legen ein formelles Versprechen ab, die Schulordnung zu befolgen. Die Umsetzung der Schulordnung wurde durch eine intensivierte Kooperation von Stufenkoordinatoren, Klassenleitungen, Eltern und Schulleitung optimiert. Ein Konzept zum Umgang mit Ordnungswidrigkeiten und eine Handreichung mit einem Maßnahmenkatalog soll ein abgestimmtes und berechenbares pädagogisches Handeln stärken. Für die abgesicherte Festsetzung der neu eingeführten Benotungen für das Arbeit-und Sozialverhalten wurden Handreichungen entwickelt und Verfahrensweisen abgesprochen.
Die Schülervertretung hat sich in einem „Mobbingseminar" mit Konflikten unter Schülerinnen und Schülern auseinandergesetzt und überprüft die Planung und Entwicklung eines Streitschlichterprogramms.
Durch Raumpatenschaften, Putzprojekte und einen Ordnungsdienst wird eine angemessene Sauberkeit im Schulgebäude und auf dem Schulgelände gewährleistet. Die Erziehungsarbeit an der Goetheschule wird unterstützt durch zusätzliche Informationsveranstaltungen für Eltern und Lehrer zu aktuellen Erziehungsfragen in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, der Kriminalpolizei und dem Familienzentrum Bredeney.
Darüber hinaus arbeiten wir mit den Beratungseinrichtungen der Stadt Essen zusammen und organisieren mit professionellen Anbietern Elternkurse („Step") oder für Schulklassen
Trainingseinheiten z.B. für soziales Lernen oder Konfliktmanagement. Die Bedeutung von Erziehung und die Bedeutung von der Übernahme von Verantwortung wird u.a. in unseren Projekten des Sozialen Lernens vertieft.

4.7 Mädchen- und Jungenförderung

Mädchenförderung hatte an der Goetheschule auch vor der Verabschiedung des Schulprogramms Tradition. Bereits in der ersten Neuausgabe der Schulzeitschrift „Der Turm" (1990) wurde über die neue Koedukationsdebatte berichtet. In der Folge werden regelmäßig Kurse in
Selbstbehauptung angeboten. In Computerkursen für Mädchen, in geschlechtshomogenen Sport-Arbeitsgemeinschaften wie z.B. Mädchenfußball oder in entsprechend geteilten Sprachgruppen (z.B. Anfangssprache Latein) wurden Erfahrungen mit dem Lernen und Unterrichten in geschlechtsgleichen Gruppen gesammelt. Im Rahmen der Öffnung von Schule - Projekte und des Sokrates - Projekts der EU sind verschiedene Mädchenbildungsprojekte bzw. entsprechende Unterrichtsvorhaben realisiert worden, u.a. zur „Erschließung neuer Berufsfelder für Frauen in Technik, Handwerk und Medien". In Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse und der Gleichstellungsstelle Essen wurde ein Förderprojekt für Mädchen geplant und realisiert, in dem die Sozialkompetenz von Mädchen, die Fähigkeit zur Selbstinszenierung und zur verbalen Durchsetzungsfähigkeit entwickelt und unterstützt wurde. Im Rahmen der Berufsberatung bzw. der Projekte zur Berufsvorbereitung werden die Probleme einer geschlechtsspezifischen Berufswahl systematisch thematisiert. Die Teilnahme an den „Girls'Days" ermöglicht Schülerinnen, ihre Berufsperspektiven und Lebensplanung zu reflektieren. Das Konzept zur Mädchen- und Jungenförderung wird laufend überarbeitet.

4.8 Soziales Lernen und soziales Engagement

Im Zusammenhang mit unserem werteorientierten Schulprogramm ist eine Schwerpunktsetzung für soziales Lernen selbstverständlich. Systematisch setzen sich die Schülerinnen und Schüler der Erprobungsstufe in dem in den Stundenplan integrierten Lion's Quest - Programm mit sozialem Lernen auseinander. Eingeführte Projekte sind unser Brasilienprojekt, das Projekt Wort und Tat und das KESS - Projekt (Kreativität, Engagement im Sport und Sozialen), an dem mehr als 150 Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Ziele sind die Förderung des sozialen Engagements und damit die Förderung und Zertifizierung der Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler der Goetheschule.
Die Teilnehmer/innen am IB- Programm müssen ein eigenständiges Programm sozialen Engagements in die Qualifikation einbringen.

4.9. Äußere Lernbedingungen, Sicherheit und Gesundheit

Unser denkmalsgeschütztes Schulgebäude genießt in der Schulgemeinschaft eine hohe Wertschätzung und erfordert daher ein sorgfältiges Ressourcenmanagement.Sowohl aus Eigenmitteln als auch aus Mitteln des „Fonds Innenrenovierung" des Schulträgers wurde -ausgehend von dem Schulprojekt „Klasse Design" - die Renovierung von Klassenzimmern und anderen Räumen des Schulgebäudes in gemeinsamer Arbeit von Eltern, Schülern, Hausmeister und Lehrkräften durchgeführt. Dieses Projekt wird nach Bedarf fortgesetzt.
Nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten ist die denkmalsgerechte Erneuerung aller Fenster ein Gewinn für unsere Schule. Im Zusammenhang mit der Brandschutzprüfung sind alle Sicherheitseinrichtungen modernisiert worden. Die Renovierung des Altbaus hat zu einer denkmalsgerechten Rekonstruktion unseres Schulgebäudes geführt. Schon 1999 konnte unser Wahrzeichen - der Turm der Goetheschule - mit Hilfe engagierter Altschüler renoviert werden. Die Ausstattung und Medientechnik der Aula ist auf den neuesten Stand gebracht werden. Mit dem Neubau Naturwissenschaften konnte durch die Zusammenarbeit von Schulträger und Gesellschaft der Freunde und Förderer einerfolgreiches Private Public Partnership-Projekt realisiert werden. Wir können nicht nur einen modernen, mediengestützten naturwissenschaftlichen Unterricht anbieten, sondern haben einen weiteren Computerraum gewonnen. Mit dem in der Umsetzung des IB - Programms eingerichteten Selbstlernzentrum verfügen wir über drei Computerräume. Mehrere Unterrichtsräume für die Sekundarstufe II und ein Kunstraum verfügen über einen fest installierten Beamer. Mobile Beamer und Labtops stehen für Unterrichtszwecke zur Verfügung. Durch die Einrichtung einer eigenen Abteilung „Schulbücher" im Souterrain des Verwaltungsgebäudes ist eine optimale Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit Lehrbüchern sowie eine effiziente Verwaltung der Lehrbuchbestände gewährleistet.
In Vorbereitung auf den Ganztagsbetrieb werden die technischen Voraussetzungen für eine Mensa und einen Küchenbetrieb geschaffen. In der Bauplanung ist die Renovierung unserer Schultoiletten enthalten.
Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal werden regelmäßig über Sicherheitsfragen belehrt, in Brandschutzübungen wird für den Ernstfall geprobt. Die Goetheschule hat einen Hygieneplan und ein Gesundheitskonzept entwickelt, das regelmäßig in Zusammenarbeit mit den einschlägigen Behörden überprüft wird. An unserer Schule ist ein Krisenteam eingerichtet worden, das sich in Zusammenarbeit mit der Polizei und mit anderen Einrichtungen des Schulträgers auf besondere Gefahrensituationen vorbereitet.

4.10. Kooperation mit anderen Schulen, Bildungseinrichtungen und Bildungspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

Bei pädagogischen Problemen arbeiten wir systematisch mit den einschlägigen Einrichtungen des Schulträgers (Schulpsychologische Beratungsstelle, Schulschwänzerambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie etc.) zusammen.
Systematisch kooperiert unsere Schule mit dem Grashof-Gymnasium als Kooperationsschule und mit den Grundschulen im Einzugsbereich; diese Zusammenarbeit wird im Arbeitskreis Grundschule systematisch weiterentwickelt. Projekte mit der Kriminalpolizei („Klemm und Klau") und der Drogenberatung haben eine langjährige Tradition.
Neben der regelmäßigen Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen und dem Initiativkreis Ruhrgebiet ist mit einem Energieunternehmen ein Partnerschaftsvertrag
abgeschlossen worden.
In der Goetheschule besteht eine langjährige Tradition, andere Partner aus der Region in das Schulleben einzubeziehen und gemeinsame Projekte zu initiieren und durchzuführen: Mit der Barmer Ersatzkasse blicken wir auf eine langjährige Zusammenarbeit in der Berufswahlvorbereitung und der Durchführung von Assessments für die Jahrgangsstufen 12/13 zurück. Mit dem Mercator Schulclub haben wir verschiedene Projekte in sozialen Netzwerken erarbeitet.
Im Projekt „jung:alt ALTERNativen" wurde die generationenübergreifende Begegnung zwischen Alt und Jung, Pflege und Alter über die Mittel der Kunst versucht. Ein Ergebnis dieses Projektes ist die Herausgabe des Schulkulturbuchs.
Darüber hinaus arbeiten wir in den Fachbereichen Chemie, Physik und Biologie mit der Universität Bochum und dem Klinikum Essen (Tumorzentrum) zusammen, im Fach
Philosophie mit der Universität Duisburg-Essen und in Musik mit der Folkwang-Universität.

4.11. Evaluation des Schulprogramms

Das Schulprogramm der Goetheschule ist in der Schulgemeinschaft auf breite Zustimmung gestoßen. Seit der Verabschiedung des ursprünglichen Schulprogramms ergaben sich in der Schule laufend Veränderungen. Eltern und Schüler scheiden nach dem erfolgreichen Beenden der Schullaufbahn aus der aktiven Schulgemeinschaft aus, neue sind an ihre Stelle getreten. Im Kollegium wirkt eine neue junge Lehrergeneration an der Gestaltung des Schullebens mit und bringt ihre Ideen und Anregungen ein. Diesen neuen Gruppen gilt es, die im Schulprogramm formulierten Ziele und Traditionen zu vermitteln, und sie gleichzeitig an der Weiterentwicklung der Goetheschule zu beteiligen.
Diese Fragen werden laufend auf Schulprogrammtagen, im Rahmen der schulinternen Lehrerfortbildung, mit der Schulpflegschaft und der Schülervertretung erörtert worden. Verschiedene Modelle mit der Arbeit einer Steuergruppe wurden erprobt. Die Schuljahresplanung, in der Projekte in Arbeit (PiA) beschrieben und Zielvereinbarungen getroffen werden, ist zu einem Medium der systematischen Schulentwicklung geworden.

5. Jahresplanung als Instrument der Schulentwicklung